Finnish Forest Research Institute  Metla

Mitteilung 7.7.2006

Beibehaltung der Entscheidungsbefugnis sowie Freiwilligkeit und Vergütung sind die Stichworte beim Handel mit Naturwerten

– Ansichten der Waldbesitzer über die Vertragsbedingungen des Handels mit Naturwerten werden erforscht

Ziel des Programms über die Biodiversität der Wälder Südfinnlands (METSO) ist, für waldreiche Naturbiotope und für bedrohte Tier- und Pflanzenarten wichtige Lebensräume und Waldstrukturen besser als bisher sicherzustellen. Außerdem möchte man mit neuen Schutzmaßnahmen zur Sicherstellung der Biodiversität, welche im Rahmen des METSO-Programms eingesetzt werden, dazu beitragen, die gesellschaftliche Akzeptanz des Schutzes von Wäldern zu erhöhen und diesbezüglich entstandene Konflikte abzubauen. Das Pilotprojekt über den Handel mit Naturwerten wurde 2003 in Satakunta, Westfinnland begonnen. Die Grundidee dabei ist, dass Waldbesitzer freiwillig Objekte ihres Besitztums unter befristeten Schutz stellen lassen und dafür honoriert werden. In dem Projekt wurden Ansichten der Waldbesitzer über die Akzeptanz des Handels mit Naturwerten und dessen Vertragsbedingungen untersucht.

Nach den vorliegenden Ergebnissen akzeptieren Waldbesitzer die Maßnahmen zur Sicherstellung der Biodiversität unter der Voraussetzung, dass sie die Elemente der Freiwilligkeit sowie der Beibehaltung des Eigentumsrechts und der Entscheidungsbefugnisse beinhalten. Auch wenn der Waldbesitzer die Maßnahme zur Sicherstellung der Biodiversität an sich für akzeptabel hält, benötigt er ein eigenes Motiv, um an einer Schutzmaßnahme teilzunehmen, der ein Vertrag zugrunde liegt. Das Motiv kann unter anderem das Interesse für die Natur sein oder die Möglichkeit, den Wald durch Naturschutz wirtschaftlich zu nutzen.

Die Entscheidung des Waldbesitzers, sich an dem Handel mit Naturwerten zu beteiligen, wurde insbesondere von der Vergütung beeinflusst. Ein Teil der Waldbesitzer erwartete, dass die Vergütung alle wirtschaftlichen Verluste deckt, die die Unterschutzstellung im Laufe der Vertragsperiode verursacht. Ein anderer Teil empfand die Vergütung als Belohnung für die Erhaltung der Naturwerte und damit als eine Anerkennung der Gesellschaft dafür, dass der Waldbesitzer eine gemeinnützige Entscheidung fällt, an deren Finanzierung sich die ganze Gesellschaft beteiligt.

Zur Akzeptanz des Handels mit Naturwerten trug auch die Befristung des Vertrags bei, da der Eigentümer dann weiterhin das Gefühl hat, über die Waldfläche verfügen zu können. Nächste Generationen verpflichtende Schutzentscheidungen wurden nicht gefällt. Vertragsverlängerungen nach dem Ende der Verlaufszeit wurden nicht ausgeschlossen, wenn auch die Möglichkeit, die eigene wirtschaftliche Lage und die Motivation zum Schutz neu zu beurteilen, für wichtig gehalten wurde.

Im Allgemeinen entsprach der Handel mit Naturwerten den Wünschen der Waldbesitzer über akzeptable Maßnahmen zur Sicherstellung der Biodiversität. Als entwicklungsbedürftig wurde angesehen, dass der Vertrag deutlicher als das Ergebnis gemeinsamer Verhandlungen angesehen werden könnte, und den Waldbesitzern mehr Möglichkeiten eingeräumt würden, die Vertragsbedingungen auszuhandeln. Darüber hinaus wurde der Wunsch geäußert, dass Waldbesitzer besser über die Naturwerte ihres Besitztums und über die möglichen Schutzobjekte durch forstliches Fachpersonal informiert würden.

Publikation: Hanna Kumela & Terhi Koskela. 2006. Metsänomistajien näkemyksiä luonnonarvokaupan ja sen sopimusehtojen hyväksyttävyydestä (Ansichten der Waldbesitzer über die Akzeptanz des Handels mit Naturwerten und derer Vertragsbedingungen). Metsätieteen aikakauskirja 2/2006: 257–270.

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