Finnish Forest Research Institute  Metla

Mitteilung 7.6.2006

Konferenz zur Schätzung der globalen Waldressourcen von 12. bis 16. Juni 2006 in Kotka, Finnland

Vertreter der Welternährungsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen sowie forstliche Sachverständige aus mehr als 60 Ländern sind von 12. bis 16. Juni 2006 in Kotka, Finnland versammelt, um die nächste Schätzung der globalen Waldressourcen vorzubereiten. Vertreten sind auch andere internationale Organisationen, wie die Europäische Wirtschaftskommission, die Internationale Tropenholz-Organisation (ITTO), die Internationale Konvention zur Erhaltung der Biodiversität und der Internationale Verband Forstlicher Forschungsanstalten IUFRO. Insgesamt mehr als 80 Sachverständige nehmen an der Konferenz teil, die von der FAO und Metla organisiert wird. Die Kotka V-Konferenz findet an der Fachhochschule Kymenlaakso, Fachbereich Forst- und Holzwirtschaft in Kotka statt.

Rückgang der Waldvorräte hat sich verlangsamt
In den Kotka -Konferenzen, die in Abständen von wenigen Jahren organisiert werden, wurden bisher Definitionen und Grundlagen für die Erfassung der globalen Waldressourcen geschaffen.Die Kotka V-Konferenz hat das Ziel, die Grundprinzipien für die im Jahr 2010 durchzuführenden Erfassung der globalen Waldressourcen zu überprüfen. Auf der Grundlage der vorigen Erfassung der Waldressourcen im Jahr 2005 soll unter anderem überprüft werden, welche Teile in der nächsten Erfassung im Jahr 2010 verbessert werden sollten, und welche Rolle die Fernerkundung als Ergänzung der nationalen Inventuren haben soll. Jedes Land führt die Datenerfassung selbständig durch. Eine der größten Herausforderungen ist die Vergleichbarkeit der Daten. Je vielseitiger die Verwendbarkeit der Information aus verschiedenen Ländern sein soll, desto mehr Vereinheitlichung der Daten wird benötigt.

Waldressourcen nehmen in Europa zu und in Südamerika und Afrika ab
Aufgrund der letzten Konferenz konnte ein Bericht angefertigt werden, der die globale Waldfläche, die globalen Holz- und Kohlenstoffvorräte der Wälder, Waldschäden und das Vorkommen naturnaher Wälder zwischen 1990 und 2005 beinhaltet. Nach diesem Bericht hat die Waldfläche in Europa und in Teilen Asiens zugenommen, in Nord- und Mittelamerika ist sie dagegen unverändert geblieben. Die Zunahme der Waldressourcen in Asien ist auf die weitflächigen Aufforstungen in China in den Jahren 2000-2005 zurückzuführen. In Südamerika und in Afrika hat die Waldfläche abgenommen. Die globale Waldfläche betrug im Jahr 2005 annähernd vier Milliarden Hektar, was einem Drittel der Landfläche entspricht. Die kontinuierliche Umwandlung der Wälder in die landwirtschaftliche Fläche, insbesondere in Brasilien und Indonesien, beträgt jährlich 13 Millionen Hektar.

Zur gleichen Zeit haben Aufforstungen und der natürliche Zuwachs der Wälder den Waldzerstörungen entgegengewirkt. Betrug die Netto-Zerstörung der Wälder in der Periode 1990-2000 noch 8,9 Millionen Hektar, ist sie in der Periode 2000-2005 als Folge von Pflanzungen auf 7,3 Millionen Hektar zurückgegangen, was immerhin einer Fläche der Tschechischen Republik oder Panama entspricht.

Trotz Zunahme der Plantagenfläche nimmt ihr Anteil nur 3,8 % der gesamten Waldfläche ein
Nach diesem Bericht werden mit einer Baumart durch Pflanzung begründete, intensiv bewirtschaftete Bestände zu Plantagen gerechnet. Aufforstungen haben zu einer Zunahme der Plantagenfläche insbesondere in Asien in den Jahren 1990-2005 beigetragen. Nach dem 2005 abgefassten Bericht betrug die Plantagenfläche 140 Millionen Hektar bzw. 3,8 % der globalen Waldfläche. Zwischen 2000 und 2005 nahm die Plantagenfläche um 2,8 Millionen Hektar jährlich zu.

Die nachhaltige Nutzung von Wäldern und Aufforstungen können zu einer Zunahme der Kohlenstoffspeicherung und der Kohlenstoffvorräte der Wälder beitragen. Nach dem Bericht binden die globalen Wälder 283 Gigatonnen Kohlenstoff in ihre Biomasse ein. In der Biomasse der Wälder, in totem organischem Material und im Boden ist insgesamt 50% mehr Kohlenstoff gespeichert als in der Atmosphäre. Die Kohlenstoffvorräte der Wälder nahmen in Afrika, Asien und Südamerika ab, und in anderen Gebieten zu. Der in die Biomasse eingebundene Kohlenstoffvorrat nahm global um 1,1 Gigatonnen jährlich ab, was auf die Abnahme der Wälder zurückzuführen ist.

Hintergrund
FAO wurde 1945 gegründet und ist die mitgliedsreichste Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Sie zählt 189 Nationen zu ihren Mitgliedern. FAO sammelt Informationen über die Land- und Forstwirtschaft, Fischerei sowie die Ernährung und leistet Beratungs- und Entwicklungsarbeit in verschiedenen Teilen der Welt. Zu den wichtigen forstlichen Aufgaben der FAO gehören unter anderem das Monitoring der globalen Waldressourcen und des Waldzustandes sowie die Förderung der Nutzung von wissenschaftlich geeigneten Methoden in den Waldinventuren, die Förderung der nationalen Forstprogramme sowie die Unterstützung der Arbeit des Waldforums der UN. In der Forstabteilung der FAO sind gut 120 Personen beschäftigt. Darüber hinaus gehören Büros und Entwicklungsvorhaben in verschiedenen Kontinenten mit ihren eigenen Beschäftigten zu dem Netzwerk. Auf Wunsch ihrer Mitgliedsländer stellt die FAO Ergebnisse nationaler Waldinventuren bereits seit 1946 zusammen. Der vorige Bericht ist vom Jahre 2001 und beschreibt die Situation des Jahres 2000.

In Kotka wurden bisher vier Konferenzen – 1987, 1993, 1996 und 2002 – organisiert. Kotka V-Konferenz wird finanziell unterstützt von Finnlands Außenministerium, und dem Ministerium für Land- und Forstwirtschaft. Die Konferenzen erhielten Unterstützung auch von der Stadt Kotka und von finnischen Forstkonzernen.

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