Finnish Forest Research Institute  Metla

Presseinformation 14.02.2006

Untersuchung zum Bau eines Bürogebäudes in Holzrahmenbauweise

- Metla-Haus als Referenzobjekt von mehrstöckigen Holzgebäuden in Finnland

Das Metla-Haus in Joensuu, Nordkarelien, ist ein funktionales, repräsentatives Beispiel für den finnischen Holzbau, die Planung und Bauelementvorfertigung sowie für die Bauarbeit selbst. Eine hölzerne Pfeiler-Balken-Platten-Konstruktion eignet sich gut für mehrstöckige Gebäude. Die Forschungsergebnisse zu ökonomischen und ökologischen Auswirkungen des Metla-Hausbaus zeigen, dass weitere Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zur Förderung der Konkurrenzfähigkeit des Holzbaus notwendig sind.

Als ein großes Bauobjekt ermöglichte das Metla-Haus die Untersuchung regionalwirtschaftlicher und umweltbezogener Auswirkungen sowie des Know-hows zur Holzbauweise selbst. Der Bau des Metla-Hauses wurde mit einem entsprechenden, rechnerisch definierten Betonbau verglichen.

Nach dem Forscher Eero Vatanen erbrachte der Bau des Metla-Hauses eine Beschäftigung von insgesamt 110 Arbeitsjahren. Auf der Baustelle selbst wurden 65 Arbeitsjahre geleistet; die restlichen 45 Arbeitsjahre entstanden bei der Vorfertigung von Bauteilen, bei Handel und Transport. Der rechnerisch ermittelte Beschäftigungseffekt des vergleichbaren Betonbaus ergab 101 Arbeitsjahre, wovon 59 Arbeitsjahre auf der Baustelle entstanden wären.

Die kumulativen Auswirkungen des Baus waren mehrheitlich außerhalb von Nordkarelien spürbar, was durch die regionale Konzentration der Bauteilvorfertigung und dem daraus resultierenden lebhaften Handel zwischen den verschiedenen Regionen erklärt wird. Es war nicht möglich, alle im Metla-Haus verwendeten Holzbauteile oder Holzmaterialien aus der Region Nordkarelien zu beziehen. Beispielsweise gab es dort keine Vorfertigung des als Rahmenmaterial verwendeten Leimholzes.

Der Energieverbrauch und die Umweltbelastung sind bei Vorfertigung und beim Transport des Holzrahmens und des Mantels des Metla-Hauses deutlich geringer als bei entsprechenden Aktivitäten zum Bau eines vergleichbaren Betonbaus. Beim Bau des hölzernen Hauses betrug der Anteil der erneuerbaren Energien 35 Prozent, beim Betonbau entsprechend sieben Prozent. Die Kohlendioxid- bzw. Methanemissionen machten beim Holzbau lediglich 40 bzw. 50 Prozent der entsprechenden Werte des Betonbaus aus. Für die Erforschung der umweltbezogenen Aspekte war Tarja Häkkinen, leitende Forscherin bei VTT/Rakennustekniikka (= Das technische Forschungszentrum des finnischen Staates / Bautechnik) verantwortlich.

Die für mehrstöckige Holzgebäude geeignete Rahmen- und Zwischenbodenkonstruktion wurde von den Architekten des Metla-Hauses in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk der nordkarelischen Holzbauweisen entwickelt. Die versteifte hölzerne Pfeiler-, Balken- und Kastenelementkonstruktion ist mit einer Holz/Beton-Verbindung an den Fahrstuhlschächten und an den Treppenhaustürmen befestigt. Das Kastenplattenelement aus Massivholz ist in Finnland ein neues Produkt, dessen Bestandteile in Ostfinnland vorgefertigt und in Nordkarelien zusammengesetzt wurden. Das Ziel der zu der Produktionskette gehörenden Unternehmen war, das Kastenplattenelement zu einem erfolgreichen marktfähigen Produkt zu machen.

Nach der Meinung von Matti Kairi, Technische Hochschule Helsinki, ist die Entwicklung eines neuen Produkts, das gleichzeitig technisch einwandfrei funktioniert und erfolgreich absetzbar ist, eine große Herausforderung. Es ist ein besonderes Anliegen finnischer Unternehmen, die Herstellungstechnologie eines neuen Produkts und dessen technische Leistungsfähigkeit konkurrenzfähig zu machen. Die Entwicklung der Geschäftsaktivitäten sei jedoch ein großes Problem. Bei einer Markteröffnung sollte das Unternehmen sichergehen, dass kein so genanntes totes Ende entsteht. Es müssen kontinuierlich neue Aufträge eingeholt werden, damit genügend Geld für die Weiterentwicklung der Unternehmensaktivitäten übrig bleibt.

Das für das Finnische Institut für Waldforschung gebaute hölzerne Bürogebäude – Metla-Haus in Joensuu – ist seit anderthalb Jahren in Betrieb. Das dreistöckige Gebäude ist hell und funktional und verleiht seinen 200 Beschäftigten ein angenehmes, warmes und motivierendes Arbeitsambiente. Nach Jari Parviainen, Leiter des Institutes in Joensuu, seien die Äußerungen der Beschäftigten über den Holzbau bisher nur positiv.

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