Finnish Forest Research Institute  Metla

Presseinformation 27.01.2006

Flavonoidgehalt des Kernholzes bedingt die Fäuleresistenz der Lärche

Das Kernholz der Lärche und Kiefer gilt als fäuleresistent. Die Verwendung des Kernholzes anstelle des imprägnierten Splintholzes ist angebracht in solchen Holzkonstruktionen, die gelegentlich Feuchtigkeit ausgesetzt sind. Am Kernholz der Sibirischen Lärche (Larix sibirica Lebed.) wurde der Zusammenhang zwischen bestimmten Eigenschaften der Holzsubstanz und der Fäulnisgeschwindigkeit untersucht. Dabei konnte festgestellt werden, dass sowohl ein hoher Flavonoidgehalt als auch ein hoher Gesamtphenolgehalt zu einer Verlangsamung des Fäulnisfortschritts im Kernholz führen.

Für eine Verwendung des Lärchen-Kernholzes wirkt sich die große Variation der Fäuleresistenz nachteilig aus. Variationen kommen sowohl zwischen einzelnen Bäumen als auch innerhalb der Stämme vor. Eine Fäuleresistenzsortierung des Stammholzes, wie sie beispielsweise bei Festigkeitssortierung des Holzes gehandhabt wird, ist nicht möglich.

Neben Holzdichte und Wasserhaltevermögen wurde der Gehalt zweier Gruppen von Holzinhaltstoffen in die vorliegende Untersuchung einbezogen: die wasserlöslichen Arabinogalaktane (Kohlehydrate), welche in der Lärche bekanntlich reichlich vorhanden sind, sowie die phenolischen Verbindungen, insbesondere die Flavonoide, welche der pilzlichen Zersetzungtätigkeit entgegenwirken sollen. Es wurde der Frage nachgegangen, ob die genannten Eigenschaften für eine indirekte Ermittlung der Fäuleresistenz des Holzes geeignet sind.

Aus den Ergebnissen wurde gefolgert, dass es theoretisch möglich wäre, den Flavonoidgehalt oder den Gesamtgehalt der Phenolverbindungen als ein Maß für die Fäuleresistenz des Lärchenholzes zu verwenden. In der Praxis gäbe es bisher jedoch noch keine Messgeräte, die eine ausreichend schnelle Messung ermöglichten. Die Holzdichte und das Wasserhaltevermögen scheinen keinen Einfluß auf die Fäulnisgeschwindigkeit zu haben. Als Nebenergebnis wurde entdeckt, dass ein hoher Arabinogalaktangehalt signifikant die Fähigkeit des Kernholzes erhöhte, aus der feuchten Luft Wasser aufzunehmen. Dies könnte die starke Reaktion des Lärchenholzes gegenüber sich ändernden Feuchteverhältnissen erklären.

Das Material stammte aus Lärchenbeständen in Jämsänkoski. Die Fäulnisversuche wurden nach dem EN113-Standard im Labor der Schwedischen Landwirtschaftsuniversität Uppsala durchgeführt. Als Versuchspilze dienten drei an Gebäuden anzutreffende Pilze: Coniophera puteana, Gloeophyllum trabeum und Poria placenta.

Publikation: Martti Venäläinen, Anni M. Harju, Nasko Terziev, Tapio Laakso and Pekka Saranpää. 2006. Decay resistance, extractive content, and water sorption capacity of Siberian larch (Larix sibirica Lebed.) heartwood timber. Holzforschung, Vol. 60, s. 99-103.

Weitere Information:


Press releases in English are available at: http://www.metla.fi/ajankohtaista/index-en.htm   Metlan RSS-newsfeed
Finnish Forest Research Institute - Metla/Communications
Unioninkatu 40 A, FI-00170 HELSINKI, FINLAND. Phone +358 10 211 2000    E-mail: info @ metla.fi