Finnish Forest Research Institute  Metla

Presseinformation 07.12.2005

Neue Methoden zur Ermittlung der Kohlenstoffvorräte der Wälder und deren Veränderungen

Berichterstattung über die Veränderungen der Kohlenstoffvorräte in den EU-Ländern schon 2006 möglich.

In dem von der EU finanzierten Carboinvent -Forschungskonsortium wurden Methoden zur Ermittlung der Kohlenstoffvorräte der Wälder und deren Veränderungen entwickelt. Die Ergebnisse finden Anwendung bei Treibhausgasinventuren und beim Zusammenstellen der Inventuranleitungen durch das internationale Klimaforum IPCC. Nun sind die meisten EU-Länder schon im Jahr 2006 in der Lage, über die Veränderungen der Kohlenstoffvorräte der Wälder nach den internationalen Vereinbarungen zu berichten. Außerdem werden die Ergebnisse bei der Entwicklung der Inventursysteme verschiedener Länder nutzbar gemacht.

- Die Länder, die in der Lage sind, die Veränderungen der Kohlenstoffvorräte der Wälder 2008 - 2012 in einer international anerkannten Weise zu ermitteln, können einen Teil des von ihren Wäldern gebundenen Kohlenstoffs für die Kompensation der nach dem Kioto -Protokoll vereinbarten Reduktion des Schadstoffeintrags nutzen, was zur Kostensenkung beiträgt, stellt Raisa Mäkipää, Wissenschaftlerin von Metla und eine der Koordinatorinnen des Forschungskonsortiums, fest.

In dem Forschungskonsortium koordinierte das Finnische Forstliche Forschungsinstitut ein Teilvorhaben, indem es sich um die Analyse der Veränderungen des Kohlenstoffvorrats der Biomasse ging. Forscher von acht Organisationen aus sechs Ländern beteiligten sich an dieser Forschung. Die Menge des in Wäldern gebundenen Kohlenstoffs und deren Änderungen beeinflussen stark den Kohlendioxydgehalt der Erdatmosphäre. Bei der Verminderung des Anstiegs des Kohlendioxydgehalts der Erdatmosphäre und beim Verlangsamen der Klimaänderungen können Wälder eine wichtige Rolle spielen, weshalb sie auch in das Kioto -Abkommen aufgenommen wurden. Der Klimavertrag und das Kioto-Abkommen verpflichten die beigetretenen Länder dazu, jährlich über die Veränderungen des Kohlenstoffvorrats ihrer Wälder zu berichten. Dem Klimavertrag der Vereinten Nationen gegenüber erstatten die EU-Länder einen gemeinsamen Bericht über ihre Treibhausgasemissionen und über die Menge des durch die Wälder gebundenen Kohlenstoffs. Um eine zuverlässige, alle EU-Länder einbeziehende Treibhausgasinventur zusammenstellen zu können, müssen die Länder ihre eigenen Schadstoffeinträge und die Veränderungen des Kohlenstoffvorrats der Wälder nach den international vereinbarten IPCC -Anleitungen umfassend, transparent und einheitlich erfassen.

In dem von Metla koordinierten Forschungsvorhaben wurden die Daten aus Modellen gewonnen, die für die Berechnung der Veränderungen des Kohlenstoffvorrats der Biomasse verschiedener Baumarten geeignet waren (sowohl aus variablen Multiplikatoren der Biomasse als auch Biomassegleichungen). In dem Vorhaben wurden für das Mittelmeerklima und das Klima der borealen Nadelwaldzone geeignete neue und zuverlässigere variable Multiplikatoren der Biomasse für die wichtigsten Baumarten entwickelt und deren Unsicherheit eingeschätzt. Für die Baumarten der gemäßigten Zonen wurden neue Biomassegleichungen entwickelt, die auf einem größeren und besser repräsentativen Datenmaterial basieren als bisher. Eine auf einfachen Multiplikatoren basierende Rechnungsmethode der Biomasse wurde mit einer auf einem detaillierteren baumbezogenen Material und auf Biomassemodellen basierenden Methode verglichen, indem beide Methoden großflächenbezogen mit dem Material der Schwedischen Waldinventur umgesetzt wurden. Beide Methoden sind für die Berechnung des Kohlenstoffvorrats der Biomasse auf Großflächen geeignet. Unabhängig von der Berechnungsmethode bestehen die größten Unsicherheiten bei der Ermittlung des Kohlenstoffvorrats junger Bestände.

Die Arbeit des Carboinvent -Forschungskonsortiums (Multi-source inventory methods for quantifying carbon stocks and stock changes in European forests) hat gezeigt, dass das Monitoring der Veränderungen der Kohlenstoffvorräte eine große Herausforderung darstellt. Für das Ausarbeiten international einheitlicher Inventurpraktiken sind noch weitere Forschungen und eine immer engere internationale Zusammenarbeit erforderlich.

In dem Teilforschungsvorhaben, das von Metla koordiniert wurde, waren beteiligt: das Europäische Forstinstitut EFI; das Forschungszentrum der Europäischen Kommission (JRC-IES), Italien; Institute of Forest Ecosystem Research, Tschechische Republik; das Ungarische Forstliche Forschungsinstitut (ERTI); Federal Forest Research Centre und Umweltbundesamt aus Österreich sowie Centre for Ecological Research and Forestry Applications CREAF , Spanien .

Die Forschung zählt zu den Metla -Forschungsvorhaben ’Dynamik-Modelle der Kohlenstoffvorräte der Wälder’ (3323) und ’Kohlenstoffbilanz der Wälder’ (3399)

Weitere Information:


Press releases in English are available at: http://www.metla.fi/ajankohtaista/index-en.htm   Metlan RSS-newsfeed
Finnish Forest Research Institute - Metla/Communications
Unioninkatu 40 A, FI-00170 HELSINKI, FINLAND. Phone +358 10 211 2000    E-mail: info @ metla.fi