Finnish Forest Research Institute Metla
 

Presseinformation 29.09.2005

Günstige Wachstumsbedingungen für Mykorrhizapilze durch Hügelpflanzung

Bäume der borealen Nadelwaldzone bilden immer mit Pilzen eine Pilzwurzelsymbiose, d. h. Mykorrhiza. Bei den in Finnland vorkommenden Baumarten bilden die Mykorrhizapilze um die Wurzelspitzen herum ein Pilzhyphengeflecht, eine so genannte Ektomykorrhiza, welche die Wurzeloberfläche vergrößert und die Bäume vor Wurzelpatogenen schützt. In der vorliegenden Untersuchung von Metla wurde festgestellt, dass das Wurzelwachstum und die Wurzelverzweigung der Setzlinge durch die Hügelpflanzung signifikant gesteigert und die Setzlingsmortalität deutlich reduziert wird. Die Hügelpflanzung erhöhte leicht die Anzahl der Mykorrhizen und veränderte die Häufigkeitsrelationen der an den Setzlingswurzeln lebenden Mykorrhiza-Arten. Die Hügelpflanzung hat die Gesamtzahl der an den Setzlingen festgestellten Mykorrhiza-Arten nicht beeinflusst, wie anhand einer DNA-Analyse sowie durch eine Klassifizierung des Äußeren und der Struktur der Mykorrhizen festgestellt wurde.

Die Nährelementaufnahme der Waldbäume hängt entscheidend von der Art der Pilze ab, mit denen sie eine Pilzwurzelsymbiose bilden. Mit bis zu Tausenden von Arten ist die Anzahl der mit Bäumen Mykorrhiza bildenden Pilzarten in den borealen Nadelwäldern sehr groß. Die Ansiedlungsintensität und die Artenzusammensetzung der an dem Pflanzgut vorkommenden Mykorrhizen können den Pflanzungserfolg zum Teil beeinflussen. Früher wurde festgestellt, dass die Anzahl der mit Bäumen Mykorrhiza bildenden Pilzarten nach einem Kahlschlag abnimmt.

In der vorhandenen Untersuchung wurden ein- und zweijährige Fichtenballpflanzen auf zwei Kahlschlagsflächen in Mittelfinnland sowohl in Hügeln als auch ohne diese spezielle Bodenbearbeitung gepflanzt. Der Einfluss der Hügelpflanzung wurde in den zwei Folgejahren nach der Pflanzung untersucht. Das Höhenwachstum und Wurzelwachstum der Setzlinge wurden gemessen, sowie die Häufigkeit der Mykorrhizen und deren Artenzusammensetzung geschätzt.

Die Untersuchungsergebnisse weisen daraufhin, dass die aus der Pflanzschule stammenden Mykorrhizen mindestens eine Wachstumsperiode lang nach der Pflanzung das Wachstum der Setzlinge beeinflussen. Es ist möglich, dass die Mykorrhizen das Wurzelwachstum und die Wurzelverzweigung nach der Hügelpflanzung gefördert hatten, wenn auch das Wachstum der Setzlinge offensichtlich größtenteils auf die als Folge der speziellen Bodenbearbeitung verbesserten Wärme-, Wasser- und Nährstoffverhältnisse des Bodens zurückzuführen ist. Es besteht jedoch weiterhin ein Forschungsbedarf über Mykorrhiza bei Bäumen und Setzlingen. In einem weiteren Forschungsvorhaben von Metla werden daher Mykorrhizapilze gesucht, die in der Lage sind, sowohl in Pflanzschulverhältnissen als auch im Wald nach der Pflanzung zu überleben, konkurrenzfähig zu sein und den Setzlingen somit eine erfolgreiche Frühentwicklung zu garantieren.

Publikation: Pennanen T., Heiskanen, J. & Korkama, T. 2005. Dynamics of ectomycorrhizal fungi and growth of Norway spruce seedlings after planting on a mounded forest clearcut. Forest Ecology and Management 213: 243-252.

Weitere Information:
Wissenschaftlerin Taina Pennanen, Metla/ Forschungsstation Vantaa, Tel. 010 211 2404, taina.pennanen @ metla.fi
Senior Wissenschaftler Juha Heiskanen, Metla/Forschungsstation Suonenjoki, Tel.. 010 211 4841, juha.heiskanen @ metla.fi

 


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